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Eule sitzt auf einem Metallpfosten vor unscharfem, urbanem Hintergrund und blickt aufmerksam in die Kamera.

Tierfotografie in der Stadt

Wilde Tiere gibt es nicht nur fernab der Zivilisation. Auch im menschlichen Umfeld lassen sich zahlreiche tierische Nachbarn beobachten. Wie Sie diese am besten in Szene setzen, verrät Ihnen der professionelle Naturfotograf Jan Piecha.

Text & Fotos: Jan Piecha

Mitten im urbanen Alltag, zwischen Verkehr und Gebäuden, lebt eine oft übersehene Tierwelt direkt vor unserer Haustür. Eulen, Füchse und Waschbären haben sich an das Leben in der Stadt angepasst und bieten überraschende Fotomotive – wenn man weiß, wo und wie man sie findet. Die Tierfotografie im urbanen Raum eröffnet damit eine spannende Möglichkeit, Natur und Stadt auf besondere Weise zu verbinden.

Wasservögel im Fokus

Haubentaucher schwimmt auf einem ruhigen See; im Hintergrund sitzen Menschen am grünen Ufer, die sich im Wasser spiegeln. Haubentaucher schwimmt ruhig auf dem Wasser, mit gut sichtbarem Kopfgefieder und leichter Spiegelung im See. Zwei Haubentaucher schwimmen im warmen Morgenlicht einander gegenüber auf dem Wasser.

Die Tierfotografie am Teich im Stadtpark bietet ideale Bedingungen für spannende Aufnahmen direkt vor der eigenen Haustür. Besonders Wasservögel lassen sich hier gut beobachten, da sie an Menschen gewöhnt sind und oft eine geringe Fluchtdistanz zeigen. Dabei zählt der Haubentaucher mit seinem auffälligen Federkleid und seinem interessanten Balzverhalten zu den attraktivsten Motiven. In Kombination mit dem goldenen Licht des Sonnenaufgangs wird aus diesen scheinbar gewöhnlichen Situationen ein sehr stimmungsvolles Foto. Zur Zeit des Vogelzugs lohnt sich ein zusätzlicher Blick, denn dann rasten gelegentlich auch seltenere Entenarten im Stadtpark und erweitern die fotografischen Möglichkeiten.

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Zwischen Park und Kirchturm: Eulenfotografie in der Stadt

Eule sitzt auf einem Metallpfosten vor unscharfem, urbanem Hintergrund und blickt aufmerksam in die Kamera.
Ein Uhu geht in den Gassen der Stadt auf Taubenjagd. Canon EOS 7D | 220mm | 1/125 Sek. | f/5,6 | ISO 1000

Auch Eulen haben längst begonnen, urbane Lebensräume für sich zu nutzen. Die alten Bäume der Stadtparks und Friedhöfe bieten gute Bedingungen für den Waldkauz. Das bekannteste Beispiel in Deutschland ist hierfür der Nymphenburger Schlosspark in München. Dort leben gleich mehrere Exemplare. Aber auch der König der Nacht, der Uhu, ist in Städten zu finden. Alte Gebäude wie Kirchen funktionieren für diese Vögel wie Felswände in Steinbrüchen. Gleichzeitig finden sie dort reichlich Nahrung, wie Ratten oder Tauben. Ihre Anwesenheit bleibt häufig nicht unbemerkt, weshalb sich Infos hierzu durch etwas Recherche auch in der lokalen Tageszeitung oder in Internetbeiträgen auffinden lassen.

Menschliche Bauwerke einbeziehen

Schmetterling sitzt auf einer Blüte im Gegenlicht; im Hintergrund ist ein Kirchturm zu sehen.
Ein Hauhechel-Bläuling ist neben einer Kirche auf Nahrungssuche. Canon EOS R | 53mm | 1/125 Sek. | f/22| ISO 640

Eine Herausforderung urbaner Naturfotografie ist es, Tiere in ihrem städtischen Lebensraum zu zeigen. Statt die Spuren des Menschen bewusst auszublenden, rückt gerade ihr Zusammenspiel mit der Tierwelt stärker in den Fokus. Was früher oft als Störung empfunden wurde, ist inzwischen zu einem festen Bestandteil der Naturfotografie geworden. Deshalb lohnt es sich, markante oder bekannte Gebäude gezielt ins Bild einzubeziehen und so die besondere Verbindung zwischen Wildtier und Stadt sichtbar zu machen.

Die wilden Ecken

Junger Fuchs sitzt auf zerbrochenen Bodenplatten zwischen Holzresten und blickt aufmerksam in die Umgebung.
Füchse leben mittlerweile in vielen Städten und halten sich gerne in verwilderten, von Menschen verlassenen Bereichen auf. Canon EOS 5D III | 500mm | 1/125 Sek. | f/4 | ISO 1600

Wildtiere in der Stadt kennen die stillen Rückzugsräume, in denen sie tagsüber ungestört bleiben können. Rehe, Füchse und andere Arten meiden bewusst Wege mit viel Publikumsverkehr und wissen sehr genau, wo weniger Menschen und Hunde unterwegs sind. Tagsüber halten sie sich deshalb gerne auf verwilderten Brachflächen oder in ruhigen Bereichen von Friedhöfen auf. Auch verwilderte Bahndämme oder ungenutzte Grundstücke bieten ihnen ideale Rückzugsorte. Es lohnt sich daher auch mal einen Blick in die wilderen Ecken der Stadt zu werfen. Natürlich immer mit entsprechender Vorsicht und Respekt den Tieren gegenüber, ohne sie unnötig aufzuscheuchen – und ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

Nachtsafari im Licht der Straßenlaternen

Person liegt nachts auf einer Straße zwischen parkenden Autos und fotografiert mit Kamera und Stativ aus Bodennähe.
Sobald es in den nächtlichen Straßen ruhiger wird, können dort auch wilde Tiere beobachtet werden. Nikon D850 | 28mm | ½ Sek. | f/4,5 | ISO 2000; Foto: Dominik Janoschka

Im direkten Umfeld von Parks oder an Waldrändern stehen die Chancen gut, dass Füchse, Waschbären, Steinmarder oder Igel im Schein der Straßenlaternen unterwegs sind. Fotografisch gesehen ist es jedoch herausfordernd, denn die Tiere halten sich meistens nicht lange an einem Ort auf. Mit etwas Erfahrung lässt sich jedoch feststellen, dass unsere tierischen Nachbarn meist feste Wechselrouten und Routinen haben. Haben Sie diese einmal herausgefunden, können Sie sich auf die Lauer legen. Auch mit dem „Nachtmodus“ am Smartphone lassen sich bereits schöne Fotos machen, doch für das optimale Ergebnis empfiehlt sich ein Stativ, ein lichtstarkes Objektiv, sowie eine professionelle Kamera, mit der sie mit hohen ISO-Werten fotografieren können.

Mein Tipp: Nutzen Sie gezielt die Lichtkegel der Straßenlaternen, da sie die hellsten Stellen in den nächtlichen Straßen sind.

Waschbär steht auf der Straße neben einem geparkten Auto und blickt in die Kamera. Waschbär steht nachts auf einer beleuchteten Straße zwischen parkenden Autos.

Nachts am Geländer

Silhouette einer Spinne vor farbigem, unscharfem Hintergrund mit warmen und kühlen Lichtreflexen.
Eine Brückenkreuzspinne vor den Lichtern der Stadt Canon EOS R | 200mm | 1/1000 Sek. | f/2,8 | ISO 4000

Wer kein Gefallen an flinken Wildtieren findet, kann einen Blick auf die Geländer von städtischen Brücken werfen. An warmen Abenden im Sommer und Herbst bauen Brückenkreuzspinnen dort gerne ihre Netze und warten auf Beute. Solange man sie nicht berührt, sind sie geduldige Motive, die eine Vielzahl an fotografischen Möglichkeiten bieten. Vor allem an Gewässern oder gut beleuchteten Orten lassen sich bunte Stadtlichter im Hintergrund integrieren, was zu spannenden Ergebnissen ihrer Silhouetten führen kann.

Wenn die Menschen schlafen, gehört die Stadt den Wildtieren.

Jan Piecha

Die Naturfotografie in der Stadt macht sichtbar, wie anpassungsfähig viele Arten geworden sind. Dadurch ergeben sich viele Möglichkeiten für Fotomotive, da die Tiere häufig an die Anwesenheit des Menschen gewöhnt sind. Dennoch ist ein sensibles Vorgehen wichtig, das Rücksicht auf die Tiere und ihre Rückzugsorte nimmt.

Ist Ihnen bereits ein Platz in Ihrer Stadt zum fotografieren unserer tierischen Freunde in den Kopf gekommen?

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Ausschau halten und Fotografieren!

Ihr Jan Piecha

Unser Autor

Jan Piecha

Umweltplaner, Ökologe und Profifotograf: Ob exotische Reiseziele oder Motive vor der Haustür – seine Naturaufnahmen sind international ausgezeichnet. Zentral bleibt für ihn dabei stets der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur.

Fototipp von Jan Piecha

Naturfotografie vor der Haustür

Profi Jan Piecha verrät, wie einfache Kulissen zur spannenden Bühne für tierische Nachbarn werden. Oft entstehen im eigenen Garten oder auf dem Balkon so die schönsten Naturfotos.

Ameise auf einem dünnen, geschwungenen Ast vor weißem Hintergrund.

So besonders, so faszinierend

Ihr CEWE FOTOBUCH voller Glücksmomente